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Ihr alten Hasen

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Folgender Leserbrief erreicht uns von einem (sehr) erfahrenen Piloten:

Ihr alten Hasen, gejagt auf dem Felde der JAR- FCL 3 deutsch, haltet die Ohren steif! Dazu einige Aufmunterungen, denn – um im in Bilde zu bleiben - selbst das in der deutschen Übersetzung sehr weit offene Jagdrevier bietet einige Deckungen. JAR 3.040 b) erlaubt alle Medikamente, die euch nicht in der Tätigkeit behindern, zu deren Ausübung euch eine Linzens berechtigt. Also haltet die Beipackzettel eurer Medikament bereit, um bereits Zielansprachen in dieser Richtung abzuwehren. Und nach JAR 3050 gilt das auch für Verletzungen.

Den 65 Jahre alten Berufspiloten ist die Tauglichkeit zu versagen. Im Umkehrschluß heißt das, dass wir alten, privaten Hobbyflieger keiner Altersbeschränkung unterliegen, wenn wir entsprechende und unabdingbare, gesundheitliche Voraussetzungen erfüllen. Zum Nachweis dieses Zustandes laßt euch von eurem Hausarzt an Spezialisten überweisen, die zusätzlich zu ihrem Fachwissen auch psychologische Fähigkeiten besitzen und die rein messbaren Werten im Zusammenhang eurer persönliche Erscheinung werten.

Aber selbst mit einem entsprechend ausführlichen, positiven Gesamtbefund wird man mit der im Alter nun mal gegebenen größere Wahrscheinlichkeit eines unerwarteten, gesundheitlichen Ereignisses zu Felde ziehen. Wenn das geschieht, dann weist auf die laut Statistik sogar größere Wahrscheinlichkeit eines unerwarteten, technischen Ereignisses hin, das junge, unerfahrene Hasen womöglich in Panik zu spontanen Reaktion veranlasst, die gleich katastrophal enden können. Und da man auf diese Wahrscheinlichkeit nur mit guten Ratschlägen eingeht, verbietet das Gebot der Waffengleichheit, dass man mit dem Alter gegen wirklich erfahrene Piloten zu Felde zieht.

Und nun zu den oft unfreiwilligen Jägern, den Fliegerdoktores. Wie ich lese sollen bereits 25 % aufgrund der neuen Belastungen aufgegeben haben. Die Gebliebenen sind es wert, dreihundert und mehr Kilometer Anfahrt nicht zu scheuen. Ihr beweist eurem Doktor damit, neben eurer Belastbarkeit, euer Selbstvertrauen und die Bedeutungl unseres Hobby für unsere Lebensqualität und damit Lebensfreude ist. Und diesen Fliegerdoktores sind sich bewusst, dass sie als Ärzte Vollzugsorgane einer kalten Behörde wurden. Und als Ärzte ist ihnen auch in diesem Vollzug bewusst, dass sie im Schweizer Gelöbnis sogar erpressis verbis auch die Erhaltung der Gesundheit feierlich gelobt haben. Und wenn sie selbst fliegen oder ein anderes Hobby mit Leidenschaft betreiben, wissen sie, welche Depressionen einen alten erfahren Piloten, der relativ fit angereist ist, dann heimsuchen, wenn sie ihm durch eine nicht ganz durchdachte Entscheidung die noch mögliche Lebensfreude des Dabeiseins und des Dazugehörens nehmen.

Traut euch! Unsere guten, alten Fliegerdoktores schießen nicht auf Befehl.

Rudi Weigmann, Zeil am Main, bald 86, fliege mit Linksschenkelblock seit Okt. 41 ca. 6000 St. und seit 3 Jahren auch wieder Zweimot unfallfrei. Dank dafür auch an dieser Stelle einem dieser erfahrenen Fliegerdoktores.

Zum Schluß noch die Erledigung einer mit dem Unterton des Vorwurfes oft gestellten, hypotetischen Frage:

Was, mit 85 fliegen sie noch!
Waren sie schon einmal 85?
Natürlich nicht!
Warum fragen sie dann so unqualifiziert?.

Je nach Wertigkeit folgt dann eine Entschuldigung oder der Hinwurf: „Man wird doch einmal fragen dürfen“

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 20. April 2005 um 16:31 Uhr