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Medical Diskussions Forum auf der Aero Messe

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Auf den Seiten des Baden-Württembergischen Luftfahrtverbandes findet sich folgender Artiklel der Medical Diskussions Forum der Aero:

"In der AERO Podiumsdiskussion der „DAeC Arbeitsgruppe Medical“ mit Fliegerärzten (DFV, DGLRM), Vertretern der Verbände (AOPA) und „Jar-Contra“ Vertretern wurde der Sachstand der aktuellen Probleme der fliegerärztlichen Tauglichkeitsuntersuchungen erörtert. Das Thema war den Messebesuchern wichtig. Der 50 Personen fassende Saal erwies sich hierbei als viel zu klein.

Die von Claus Dieter Zink vorgebrachten niedrigen Unfallzahlen bei akut gesund-heitlichem Pilotenversagen wurde von Medizinern in Teilen ergänzt. Zugegeben, die statistischen Zahlen seien gering, jedoch werde zur Zeit in Deutschland nicht jeder Unfalltote in der Fliegerei obduziert, so Dr. Ilse Janicke, Kardiologin und selbst aktive Segelfliegerin und IFR Pilotin aus Duisburg.

Dass die neuen „Medical- Regeln“ in ihrer jetzigen Form mit Hemmnissen, - wie praxisfremde Schnupperkurs Regelung, unnötige Augen-Untersuchungen, teure wenig erfolgversprechende Sonderuntersuchungen, die ältere Sportflieger -, die Vereine in der Jugendgewinnung und in ihrer Lebensfunktion nachhaltig treffen, konnte man von dem Vereinsvorsitzenden und „JAR Contra“ Vertreter Rolf Schneider hören.

Auffallend ist, dass bestimmte Bereiche, wie die Augenuntersuchungen nach JAR unnötig überzogen würden. Man hörte, dass das BMV plant, Regelungen zu schaffen, dass diese Untersuchungen für Sportflieger einfacher werden und damit kostengünstiger gestaltet werden können.

Rainer Hüls vom DAeC Luftfahrtgerätebüro erntete spontanen Beifall, als er auf Anfrage äußerte, dass seine Dienststelle kompetent genug sei neben den jetzt schon verwalteten UL Scheinen auch alle Segelflieger-Scheine in der BRD zu übernehmen.

Prof. Dr. Uwe Stüben, Leiter des Medizinischen Dienstes der Lufthansa und nebenbei erfahrener Segelfluglehrer, äußerte sich zu den medizinischen Sondergenehmigungen. Besonders bei den Kosten sei der medizinische Teil klar von den hohen Verwaltungskosten der Behörden zu trennen. Hier gäbe es Handlungs-bedarf.

Beifall gab es für den Hinweis, dass viele Piloten unter den neuen JAR Regeln vor dem Fliegerarzt Angst haben. Sie fürchten unnötig ihre Fliegertauglichkeit zu verlieren. Vor Einführung von JAR sei der Fliegerarzt eine Vertrauensperson gewesen, der noch Entscheidungsspielräume hatte. Das sei vorbei.

Hier ist offenbar das Vertrauensverhältnis zum Fliegerarzt auf der Strecke geblieben, was der Sache nicht förderlich ist. Dieses Vertrauen wieder herzustellen sei wichtig und der Sache auch dienlich, so die überwiegende Meinung aller Anwesenden.

In eine andere Richtung geht die Forderung mit einer „Selbsterklärung beim Hausarzt“ (denn der Hausarzt wisse ja „alles“) dem Sportflieger eine einfache Tauglichkeit zukommen zu lassen. - Das gehe für Deutschland zu weit, sagen einige Fliegerärzte, da man nicht wie in England eine vollständige Krankengeschichte zur Verfügung habe.

Funktioniert die Eigenverantwortung des Piloten oder funktioniert sie nicht – darüber gab es nachdenkenswerte Wortmeldungen von den anwesenden Flugmedizinern, die anhand von Krankheitsbildern aus der Praxis aufzeigten, wo die Grenzen im Interesse der Flugsicherheit sein könnten.

Die konstruktiv geführte einstündige Diskussion unter Leitung des DAeC Fliegerarztes Jürgen Knüppel, zeigte dem interessierten Zuhörer den aktuellen Stand auf. Bleibt zu hoffen, daß alle beteiligten Gruppen mithelfen, zukünftige EASA Regeln für Sportflieger praktikabel zu gestalten, und die vom BMV in Aussicht gestellten Erleichterungen zügig in die Tat umgesetzt werden."

Hansjörg Jung
BWLV Pressereferent

Baden-Württembergischen Luftfahrtverbandes e.V.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 31. Mai 2005 um 13:37 Uhr